Nachlass
In der Rubrik „Nachlass“ werden Dinge aufgenommen, die wahrscheinlich Friedrich August de Leuw gehört haben. Dies sind vor allem Fotos, die in Mappen von Zeichnungen erhalten blieben. Allerdings handelt es sich bei den bisher bekannten Fotos nicht um Familienbilder, die Aufschluss über sein Leben geben würden, sondern um Motive, die ihm anscheinend gefallen haben und die für seine Gemälde relevant waren. Manche Fotos können Gemälden direkt zugeordnet werden, wie z. B. „Reingrafenstein an der Nahe“ (Vorlage für verschiedene Gemälde).
Außerdem befand sich in der Sammlung der Stadt-Sparkasse Solingen die oben gezeigte Miniatur. Hiermit hat es folgendes auf sich:
In einem Artikel von Heribert Kremer in der Zeitschrift „die Heimat“ – vom Bergischen Geschichtsverein (Nr. 12-14 1996.1998) schildert der ehmalige Werbeleiter der Stadt-Sparkasse Solingen wie er „eines Tages“ in Wittlich fündig wurde und dieses Medaillon aus privater Hand für die Stadt-Sparkasse kaufen konnte.
Demnach erfuhr er beim Kauf, dass Friedrich Hermann de Leuw, der Vater von Friedrich August, seinem Sohn in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein Tintenfass aus Kristall auf einem Silberteller mit Federhalter dazu schenkte.„Der Clou aber war ein kleines ovales Bildchen, ein Medaillon, ein Damenportrait, eine Arbeit in Kreide, fein ausgeführt und noch sehr gut erhalten. Allein für dieses Porträt zahlten wir 4000 DM, nach Meinung einiger Experten recht wenig. Die Überraschung kam aber erst, als wir das Bild aus dem Rahmen nahmen und die Rückseite studierten. Es war das Porträt von de Leuws Schwiegermutter, der Mutter seiner Frau Maria Frances Charrington. Die kurze handschriftliche Notiz, die der Sohn Fritz de Leuw angebracht haben soll, sagt weiter, dass deren ältere Schwester die Mutter von Cecil Rhodes gewesen war. Die Frau de Leuws war also die Cousine von Cecil Rhodes. De Leuw hatte demnach in eine hochangesehene englische Familie eingeheiratet.“
Cecil Rhodes (1853–1902) war einer der bekanntesten und reichsten Briten zur Zeit de Leuws; beim Abbau der südafrikanischen Diamantenfelder erwarb er ungeheuren Reichtum. Von 1890 bis 1896 war er Ministerpräsident der südafrikanischen Kapkolonie. 1889 kaufte er Rhodesien, ein Land, das aber immer noch stark an ihn erinnert, sobald von Simbabwe gesprochen wird.
Das original Tintenfass von Friedrich August de Leuw. Geschenk seines Vater Friedrich Hermann de Leuw von 1856. Erworben durch die Stadtsparkasse Solingen, ausgestellt im Gräfrath-Museum des Heimatvereins Solingen-Gräfrath (im Untergeschoß des Klingenmuseums in Solingen-Gräfrath).
Fünf Bücher und eine Blättersammlung aus dem Nachlass von Friedrich August de Leuw.
Bei allen Bücher ist am Lederücken unten der Name des Eigentümers eingeprägt: Fried. A. de Leuw
Es handelt sich um Bücher zur Trachten- und Kostümkunde die Friedrich August de Leuw anscheinend zur Vorlage und Recherchen genutzt hat.
Friedrich August de Leuw besaß am Ende seines Lebens eine stattliche Antik- und Waffensammlung, die zwei Jahre nach seinem Tod im April 1890 bei Heberle/Lempertz in Köln versteigert wurde.
Erhalten geblieben ist ein Grenzstein mit den Initialen von Friedrich August de Leuw von Haus Grünewald, das er für seine Familie zum Wohnort ausbauen lies. Zu sehen im Gräfrath-Museum des Heimatvereins Solingen-Gräfrath.
Holzkasette für Zeichnungen und Fotos, in Privatbesitz
Fotos aus dem Nachlass von Friedrich August de Leuw,
Besitz: Sammlung der Stadtsparkasse Solingen
Diese Fotografie des Felsen Rheingrafenstein an der Nahe diente offensichtlich als Vorlage verschiedener Gemälde die Friedrich August de Leuw von dem markanten Felsen gemalt hatte. Vergleiche im Werkverzeichnis unter Gemälden/1876 - 1888: Rheingrafenstein bei Ebernburg, Rheingrafenstein, Grisaille auf Leinwand und Rheingrafenstein mit Mönch und Ministrant alle von 1876.
Dieses Foto oben diente Friedrich August de Leuw offensichtlich als Vorlage für das Gemälde "Bauernhaus", Öl auf Holz, 24,3 × 35 cm, 1872. Das Gemälde ist im Werkverzeichnis unter Gemälde/1861-1875 einsortiert.
Fotos aus dem Nachlass von Friedrich August de Leuw,
in Privatbesitz
Die ersten vier Fotografien sind Fotos von Grisaillen die Friedrich August de Leuw gemalt hat und die nicht mehr als Original vorliegen. Interessant dabei ist, dass diese ja anscheinend aus dem Nachlass von de Leuw stammen und damit wahrscheinlich noch zu seinen Lebzeiten gemacht wurden. Das bedeutet, dass de Leuw schon Fotografien von seinen Bilder gemacht hat.